Der Ingenieurbefund

Das Wiener Merkblatt zur Statischen Vorbemessung vom 31.03.2008 sieht die Vorlage eines nachvollziehbaren Ingenieurbefundes als Erhebung des ISTZustandes eines Gebäudes bei der Einreichung zur Baubewilligung vor. Dies soll u.a. verhindern, dass Dachgeschossausbauten in hochwertiger Qualität in Gebäuden erfolgen, die innerhalb absehbarer Zeit nicht mehr standsicher bzw. gebrauchstauglich sein werden. Der Ingenieurbefund soll schematisch auf die folgenden Bereiche eingehen:

• Fundierung
• Mauerwerk
• Mittelmauer – Kamingruppen – Kaminmauerwerk im Dachgeschoss
• Aussteifungssituation (Zwischenwände, Auswechslungen, Verschließungen)
• Querschnittsschwächungen (z. B. infolge Leitungsführungen, Installationen, etc.)
• Decken (Zustand, Konstruktion)
• Dachstuhl und Gesimse (nur soweit diese erhalten bleiben sollen)
• Allgemeiner Zustand des Gebäudes in Hinsicht auf Wasserschäden, Haustechnikeinbauten und prinzipielle Veränderungen durch Umbauten seit der Errichtung.

Den Abschluss des Ingenieurbefundes bildet "eine zusammenfassende gutachterliche Feststellung" über den gebrauchstauglichen Zustand des Gebäudes und die Tragsicherheit der maßgeblichen Bauteile, sowie eine Übersicht über anzunehmende künftige Sanierungs-maßnahmen. Der Ingenieurbefund bildet daher nicht nur eine statisch-konstruktive Begutachtung, sondern liefert auch eine wesentliche Basis für bewertungs- und finanztechnische, sowie
fiskalische Gutachten von Gebäuden.



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